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Die erste römische Kaiserin – Livia Drusilla

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Wir hören oft von den römischen Kaisern, aber selten von den mit ihnen verheirateten römischen Kaiserinnen. Livia Drusilla war zuerst mit Tiberius Claudius Nero verheiratet (vermutlich im Jahr 43 v. Chr.) und gebar 42 v. Chr. den zukünftigen Kaiser Tiberius. Später wurde sie die dritte und letzte Ehefrau von Kaiser Augustus des Römischen Reiches.

Sie wurde am 30. Januar 58 oder 59 v. Chr. als Tochter von Marcus Livius Drusus Claudianus und seiner Frau Aufidia geboren, wahrscheinlich in Rom. Da das Leben von Frauen in dieser Zeit nicht gut dokumentiert war, ist nicht viel über ihr frühes Leben bekannt. Als sie mit Tiberius Claudius verheiratet war, ging sie mit ihm und ihrer Familie nach Griechenland ins Exil, nachdem dieser die falschen politischen Allianzen gewählt hatte (Konservative im römischen Senat und Mark Anton). Später, im Jahr 39 v. Chr., kehrten sie nach Rom zurück. Sie war mit ihrem zweiten Kind, Nero Claudius Drusus, schwanger, als sie sich von Tiberius Claudius Nero scheiden ließ, um 37/38 v. Chr. Kaiser Augustus zu heiraten. Sie blieben 51 Jahre lang verheiratet.

Livia war als treue und zuverlässige, aber stille Unterstützerin ihres Mannes bekannt. Augustus respektierte ihre Gedanken und Meinungen so sehr, dass er die Dinge im Reich mit ihr besprach, und deshalb hielten viele ihren Einfluss auf den Kaiser für groß. Es hieß, sie könne ihn davon überzeugen, gegenüber seinen Gegnern gnädig zu sein. Livia Drusilla behauptete zwar, keinen großen Einfluss auf Augustus zu haben, doch dem römischen Historiker Tacitus zufolge war dies nicht der Fall. Er schrieb in den Annalen (Geschichte des Römischen Reiches aus den Jahren 14-68 n. Chr.): „Sie hatte einen solchen Einfluss auf den greisen Augustus gewonnen, dass er seinen einzigen Enkel Agrippa Postumus ins Exil auf die Insel Planaxia vertrieb, obwohl er keine würdigen Eigenschaften besaß und nur über rohen Mut und Körperkraft verfügte, aber nicht wegen eines groben Vergehens verurteilt worden war.“

Außerdem wurden ihre Würde, Schönheit und Intelligenz in ganz Rom bewundert. Doch wie bei jedem Menschen gab es auch hier Menschen, die sie nicht mochten und ihr nicht vertrauten. Einer von ihnen war ihr Stiefenkel Gaius, der sie wegen ihrer scharfen Zunge „Odysseus in einer Kutte“ genannt haben soll.

Sie war in erster Linie darauf bedacht, dass einer ihrer beiden Söhne den Thron besteigen würde, und sie arbeitete unermüdlich daran, dies zu erreichen. Sie befürchtete, dass die leiblichen Enkel des Augustus anstelle eines ihrer beiden Söhne den Thron erben würden. Im Jahr 4 n. Chr. adoptierte Augustus Tiberius und ernannte ihn zum Erben. Nach dem Tod von Augustus am 19. August 14 n. Chr. (wo Livia an seiner Seite war) wurde Tiberius römischer Kaiser. Augustus hinterließ zwei Drittel seines Vermögens seinem Erben und nur ein Drittel Livia.

Da Livia Drusilla für Augustus so wichtig war, sorgte er dafür, dass sie ihren Status und ihre Macht behalten konnte. Das Testament legte auch fest, dass sie in seine julianische Familie aufgenommen wurde; außerdem verlieh er ihr den Ehrentitel Augusta. Von da an nannte sie sich Julia Augusta, dank der Ehren, die Augustus ihr zuteil werden ließ.

Nachdem ihr Sohn den Thron bestiegen hatte, hatten die beiden ein gutes Verhältnis zueinander – zumindest eine Zeit lang. Auch später scheute sie sich nicht, in die Entscheidungsfindung des Tiberius einzugreifen. Tacitus schrieb, dass bis zum Jahr 22 n. Chr. „eine echte Harmonie zwischen Mutter und Sohn oder ein gut verborgener Hass“ zwischen den beiden herrschte. Der Historiker Cassius Dio war jedoch anderer Meinung und sagte, dass er seine Mutter zum Zeitpunkt seines Aufstiegs verabscheute. Da sie ihrer Einmischung überdrüssig war, wurde sie von ihrem Sohn aus den öffentlichen Angelegenheiten entfernt. Als sie 22 n. Chr. erkrankte, eilte Tiberius nach Hause, um an ihrer Seite zu sein, aber als sie 29 n. Chr. starb, blieb er in Capri, wohin er sich wegen zu viel Arbeit zurückgezogen hatte. Viele sind der Meinung, dass ihre herrschsüchtige Art der Grund für seine Verbannung war. Nach dem Tod seiner Mutter legte er sein Veto gegen alle Ehrungen ein. Diese Ehrungen wurden schließlich gewährt, als ihr Enkel den Thron bestieg. Daraufhin wurde sie auf Lateinisch Diva Augusta (die göttliche Augusta) genannt. Eine Statue von ihr wurde auch im Augustustempel aufgestellt.

Livia Drusilla wurde später durch ihren Sohn Nero Claudius Drusus die Großmutter von Kaiser Claudius. Sie starb im Alter von 86 Jahren im Jahr 29 n. Chr. – acht Jahre vor dem Tod ihres Sohnes.

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