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45.6B: Bewegung und Migration

Kinesis und Taxis

Eine weitere Aktivität oder Bewegung des angeborenen Verhaltens ist die Kinesis: ungerichtete Bewegung als Reaktion auf einen Reiz. Orthokinese ist die erhöhte oder verringerte Geschwindigkeit der Bewegung eines Organismus als Reaktion auf einen Reiz. Asseln zum Beispiel erhöhen ihre Bewegungsgeschwindigkeit, wenn sie hohen oder niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. Diese Bewegung ist zwar zufällig, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass das Insekt weniger Zeit in der ungünstigen Umgebung verbringt. Ein weiteres Beispiel ist die Klinokinese, eine Steigerung des Drehverhaltens. Sie wird von Bakterien wie E. coli gezeigt und hilft den Organismen in Verbindung mit der Orthokinese, zufällig eine günstigere Umgebung zu finden.

Eine ähnliche, aber gezieltere Version der Kinesis ist die Taxis: die gerichtete Bewegung auf einen Reiz zu oder von ihm weg. Diese Bewegung kann als Reaktion auf Licht (Phototaxis), chemische Signale (Chemotaxis) oder die Schwerkraft (Geotaxis) erfolgen. Sie kann in Richtung (positiv) oder weg (negativ) von der Quelle des Reizes gerichtet sein. Ein Beispiel für eine positive Chemotaxis ist das einzellige Protozoon Tetrahymena thermophila. Dieser Organismus schwimmt mit Hilfe seiner Flimmerhärchen, wobei er sich manchmal in einer geraden Linie und manchmal in einer Kurve bewegt. Der anziehende chemotaktische Wirkstoff verändert die Häufigkeit der Drehungen, während sich der Organismus direkt auf die Quelle zubewegt und dabei dem zunehmenden Konzentrationsgradienten folgt.

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